Microsoft macht Azure fit für neue Pläne

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Neuigkeiten Januar 2022

2021 war ein starkes Jahr für Microsoft – und für den Löwenanteil daran ist Microsoft Azure verantwortlich: Die Cloud-Plattform hat Microsoft 365 beim Umsatz inzwischen überholt und das Potenzial ist wohl noch lange nicht ausgeschöpft. Zumindest hat Microsoft einige Pläne angekündigt, die auf eine ganz neue Dimension des Cloud-Geschäfts schließen lassen:

  • Seit Jahresbeginn fasst der Konzern seine Cloud-Lösungen und Services offiziell unter dem Begriff “Microsoft Cloud“ zusammen. Neben Azure sind damit Microsoft 365, Dynamics 365, verschiedene kommerzielle Services in LinkedIn, Enterprise Mobility + Security, die Online-Versionen von SharePoint Server, Exchange Server, Cloud Database, Analytics-Services und andere unter einem Dach zusammengeführt.
  • Mit Azure Space, Azure Static Web Apps und Azure Quantum hat Microsoft Ableger von Azure angekündigt, die u.a. spezifische Bedürfnisse bestimmter Branchen wie Luft- und Raumfahrt bedienen sollen.
  • Microsoft hat offiziell erklärt, Activision Blizzard für beinahe 70 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen, um seine schon jetzt lukrative Spiele-Sparte auszubauen. Gelingt die Übernahme, ist Microsoft mit einem Schlag der global drittgrößte Computerspiele-Anbieter.
Azure Quantum

Entsprechend arbeitet Microsoft daran, sein Herzstück im Cloud Business fit zu machen für die neuen Pläne. Der Januar war in Azure deswegen alles andere als beschaulich:

Besserer Schutz bei regionalen Ausfällen

Pandemie, Naturkatastrophen und geopolitische Verwerfungen machen eine Absicherung gegen regionale Ausfälle immer wichtiger – nicht nur für global agierende Unternehmen. Entsprechend zentral ist das Thema auch in Azure:

  • Auto-failover-Gruppen für Azure SQL Hyperscale im Preview: Damit sind geo-replicated Databases besser vor Ausfällen gesichert: Lese- und schreibgeschützte Endpunkte werden etwa nach einem Ausfall beibehalten und die Wiederherstellung von Daten nach dem Ausfall einer Region ist erleichtert. Mehr Details dazu sind hier nachzulesen.
Auto-failover Gruppen für Azure SQL-Hyperscale
  • Azure Site Recovery (ASR) als Policy und für ZRS Managed Disks: Über Azure Policy kann seit kurzem die Azure Site Recovery für virtuelle Computer (VMs) in großem Umfang aktiviert werden. Dadurch lassen sich organisatorische Standards schneller und direkter sicherstellen. Sobald die Desaster Recovery für ein bestimmtes Abonnement oder eine bestimmte Ressourcengruppe erstellt wurde, wird Azure Site Recovery für alle VMs, die neu hinzugefügt werden, aktiviert. Für vorhandene VMs kann Azure Site Recovery über die Richtlinienstandardisierung angewandt werden. (Mehr dazu hier.) Außerdem unterstützt ASR nun auch Zone Redundant Storage (ZRS)für Azure Managed Disks: ASR identifiziert dabei die Quelldatenträger als von ZRS verwaltete Datenträger und erstellt entsprechende verwaltete ZRS-Datenträger in einer sekundären Region. Bei einem regionalen Ausfall, durch den ein Failover auf die sekundäre Region nötig wird, sind den VM(s), die ASR in der sekundären Region hochfährt, so direkt ZRS-verwaltete Datenträger zugeordnet.

Mehr Sicherheit & vereinfachte Prozesse

Attacken auf Unternehmen nehmen zu und sorgen für ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein. Zugleich wachsen die Aufgaben der IT stetig. Routineprozesse zu vereinfachen und zugleich mehr Sicherheit zu gewährleisten, ist deshalb das Ziel vieler Neuerungen in Azure. Auch das Bedürfnis in verschiedenen Branchen, größere Workloads zu stemmen, fließt hier mit ein:

  • Schutz für DDoS-Attacken mit Azure Static Web Apps-Edge für Enterprise: Die Enterprise-Version von Azure Static Web Apps-Edge, das aktuell im Preview ist, verbindet die Fähigkeiten von Azure Static Web Apps, Azure Front Door und Azure Content Delivery Network (CDN) Standard in einer einzigen sicheren Cloud CDN Plattform. Das ermöglicht u.a. einen proaktiven Schutz gegen Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacken. Mehr dazu hier.
  • Mehr Sicherheit bei Zugriffen: Multiple Custom BGP Automatic Private IP Addressing (APIPA) wird nun von allen aktiven VPN Gateways unterstützt. Dadurch sind jetzt BGP-Verbingungen zu Amazon Web Services (AWS) und anderen Cloud Providern möglich.
  • Defender jetzt auch für Container: Seit Ende Dezember kann der Microsoft Defender for Containers genutzt werden.
  • Dashboards mit Azure DevOps leichter erstellen & Piplines vor Zugriffen schützen: Ab sofort kann mit Azure DevOps ein Dashboard in ein anderes Team, dasselbe Team oder ein anderes Projekt kopiert werden. Die Team- und Abfragekonfiguration wird dabei im neuen Dashboard aktualisiert. Das bedeutet, dass ähnliche Dashboards nicht mehr von Grund auf neu aufgezogen werden müssen – wodurch sich viel Zeit sparen lässt. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde außerdem bei YAML-Pipelines in geschützten Ressourcen der Standard auf „Zugriff verweigern“ festgesetzt. Ein Zugriff muss nun also aktiv erlaubt werden.
  • Größere Workloads & Industriestandard in Azure Kubernetes Service (AKS): Seit kurzem sind Ultra Disks, die für besonders Daten-intensive Workloads ausgerichtet sind, in AKS verfügbar. Die Kubernetes-Versionen 1.20 und höher unterstützen außerdem Containerd für Windows Server Container. Containerd ist eine standardisierte Container Runtime für die Industrie. Ab Kubernetes 1.23 wird Containerd der Standard for Windows Workloads sein.

Microsoft arbeitet also intensiv daran, Azure als die zentrale Cloud-Plattform für Wirtschaft und Industrie zu etablieren. Es steht ein spannendes Cloud-Jahr an, in dem sich neben vielen kleinen Schritten sicher auch bei den drei großen Themen von Morgen, Azure Static Web Apps, Azure Space und Azure Quantum einiges tun dürfte.

Was noch wichtig ist:

  • Gleich ans Backup denken! Für SQL Managed Instance und HyperScale kann die Sicherungsspeicherredundanz (Backup Storage) jetzt nur bei der Erstellung angegeben werden. Das bedeutet, dass sich die Option dafür nach Bereitstellung der Ressource nicht mehr ändern lässt. Aktualisiert man die Speicherredundanz für vorhandene Datenbanken, gelten die Änderungen nur für zukünftige Sicherungen.
  • Im Rahmen von Azure Confidential Computing gibt es ab 1.1.2022 eine Preissenkung von bis zu 33% auf die DCsv2 and DCsv3-series VMs. Diese Senkung gilt auch für alle, die bereits die entsprechenden VMs nutzen, und greift ab der Abrechnung für Januar 2022. Die aktuelle Preisliste ist hier einzusehen.

 

 

Quellen:

Alle verlinkten Seiten oben im Text +

Microsoft Azure in 2022: What’s Next? – Do It Easy With ScienceProg

Microsoft Azure, Security, Teams Drive Record Quarter (crn.com)

January 2022 | Azure Blog and Updates | Microsoft Azure

Microsoft will Activision Blizzard für 68 Milliarden Dollar kaufen – DER SPIEGEL

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