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Ivanti DSM End of Life: Welche Alternativen es gibt und warum Microsoft Intune überzeugt
Expert Consultant
Head of Endpoint & Security
Der 31. Dezember 2026 markiert das offizielle End of Life von Ivanti Desktop and Server Management (DSM). Ab diesem Datum stellt Ivanti den regulären Support ein – es wird keine Updates, Bugfixes oder Sicherheitspatches mehr geben. Für viele Unternehmen, die DSM seit Jahren als zentrales Werkzeug für Softwareverteilung, OS-Deployment und Servermanagement einsetzen, bedeutet das: Es ist Zeit für eine strategische Neuausrichtung der Endpoint-Management-Landschaft.
Wer die Migration auf die lange Bank schiebt, geht ein Risiko ein. Bereits im März 2026 veröffentlichte Ivanti ein Sicherheitsupdate mit hohem Schweregrad, um eine lokale Rechteausweitung (Privilege Escalation) in DSM zu schließen. Ein Beleg dafür, dass Schwachstellen im laufenden Betrieb keine theoretische Gefahr sind. Nach dem Support-Ende werden solche Lücken nicht mehr geschlossen. Gerade in regulierten Branchen mit strengen Audit-Anforderungen kann das schnell zu einem ernsthaften Compliance-Problem werden.
Hinzu kommt: DSM wird auch aus rein technischer Sicht zunehmend schwerer zu betreiben sein. Neue Windows-Versionen, moderne Endpoint-Szenarien und Anforderungen an das Cloud-Management werden von einer auslaufenden Plattform nicht mehr zuverlässig unterstützt. Gleichzeitig dürfte die DSM-Expertise auf dem Arbeitsmarkt zunehmend knapper werden. Erfahrene Administrator*innen werden in neue Rollen und Projekte wechseln. Wer DSM einfach bis zum letzten Tag weiterlaufen lässt, wählt nicht die sicherste Strategie. Der robustere Weg ist ein geplanter Übergang mit klarem Zielbild, priorisierten Anwendungen und realistischem Zeitplan.
Was macht die Migration so anspruchsvoll?
Der größte Denkfehler bei einem DSM-Replacement ist die Annahme, es gäbe eine direkte 1:1-Alternative, die sämtliche DSM-Fähigkeiten automatisch repliziert. Die Realität sieht anders aus: Die richtige Zielarchitektur hängt stark von der bestehenden Umgebung ab – von der Cloud-Strategie über das Applikationsportfolio bis hin zu Anforderungen an das Servermanagement, Lizenzmodellen und etablierten operativen Prozessen.
Eine seriöse Evaluation muss deshalb über den reinen Funktionsvergleich hinausgehen. Entscheidend ist: Kann die neue Plattform die realen Prozesse der Organisation abbilden – und umgekehrt, wie gut kann sich die Organisation an die neue Plattform anpassen? Das betrifft insbesondere komplexe DSM-Logik wie z. B. Pakete, User Parts, Parameter und Installationsreihenfolgen. In vielen Fällen müssen diese grundlegend neu gedacht und konzipiert werden.
Der Markt im Überblick
Bei der Suche nach einer DSM-Nachfolgelösung kommen vor allem Microsoft Intune, Microsoft Configuration Manager, baramundi, Ivanti Neurons sowie vereinzelt Matrix42 Empirum oder Tanium in Betracht. Häufig entstehen dabei hybride Zielarchitekturen. So kann beispielweise Intune für modernes Unified Endpoint Management (UEM) eingesetzt werden, während eine zweite Lösung die komplexe Softwareverteilung, das Servermanagement oder spezielle Anforderungen abdeckt.
Kriterium | Microsoft Intune | Weitere Optionen (Configuration Manager, baramundi, Ivanti Neurons, Matrix42, Tanium) |
Lizenzkosten / TCO | Häufig bereits in bestehenden Microsoft-365-Plänen enthalten – oft keine oder nur geringe Zusatzkosten | Zusätzliche Lizenz- und teils Infrastrukturkosten für eine dedizierte Drittlösung |
Betriebsmodell | Vollständig cloudnativ, kein eigener Server-/Infrastrukturbetrieb nötig | baramundi und Configuration Manager erfordern weiterhin On-Premises-Infrastruktur; Neurons ist eine separate Plattform mit eigenem Betriebsmodell |
Integration in die Microsoft-Welt | Native, tiefe Integration mit Microsoft 365, Entra ID und Microsoft Defender for Endpoint aus einer Hand | Zusätzliche Integrationsschicht oder Parallelbetrieb nötig, um an Microsoft 365 / Entra ID anzudocken |
Zukunftssicherheit / Cloud-Strategie | Zentrale, aktiv weiterentwickelte Plattform für moderne Unified-Endpoint-Management-Strategien | Configuration Manager wird zunehmend Richtung Cloud abgelöst; Neurons erfordert eine vollständige Plattformmigration ohne definierten Pfad ab DSM |
Migrationsaufwand ab DSM | Klar planbarer Umbau der DSM-Logik (Pakete, User Parts, Installationsreihenfolgen) – mit erprobter Methodik gut strukturierbar | Bei Neurons: kompletter Neuaufbau von Softwareverteilung, Packaging-Standards und Deployment-Prozessen ohne definierten Migrationspfad; bei baramundi: sorgfältige, manuelle Migration der bestehenden Pakete nötig |
Fokus der Plattform | Deckt UEM, Compliance, mobile Geräte und Sicherheit in einer einheitlichen Cloud-Plattform ab | Neurons fokussiert stärker auf Digital Employee Experience statt auf klassische Softwareverteilung; andere Lösungen bleiben auf einzelne Teilbereiche spezialisiert |
Warum Microsoft Intune für viele Organisationen die naheliegende Wahl ist
Für Organisationen, die ohnehin in Richtung Cloud und Microsoft 365 unterwegs sind, bietet sich Intune als Zielplattform an. Die Stärken liegen auf der Hand:
Cloudnative Architektur. Intune bietet starke Funktionen für modernes Cloud Endpoint Management, Windows Autopilot, Compliance Management und Mobile Device Management (MDM) – alles zentral und ohne zusätzliche On-Premises-Infrastruktur.
Nahtlose Microsoft-Integration. Die Integration mit Microsoft 365 und Entra ID macht Intune zu einem zentralen Baustein für Organisationen, die ihre cloudnative Endpoint-Strategie konsequent weiterentwickeln wollen. Geräte-, Identitäts- und Compliance-Management wachsen so zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen, statt in getrennten Silos zu existieren.
Attraktives Lizenzmodell. Ein oft unterschätzter Vorteil ist die Lizenzierung: Intune ist in vielen Microsoft-365-Plänen bereits enthalten oder lässt sich unkompliziert in bestehende Microsoft-Lizenzmodelle integrieren. Für Organisationen, die sich bereits in Richtung Cloud Management bewegen, ist das ein starkes wirtschaftliches Argument. Zusätzliche Lizenzkosten für eine dedizierte Drittlösung entfallen häufig ganz oder teilweise.
Sicherheit aus einer Hand. Ausgewählte Endpoint-Security-Einstellungen lassen sich zusätzlich über Microsoft Defender for Endpoint steuern. Dadurch wachsen Geräteverwaltung und Sicherheitsmanagement enger zusammen als in vielen klassischen DSM-Umgebungen.
Für viele Organisationen kann Intune zur zentralen Plattform werden, ohne in jedem Einzelfall die alleinige Lösung zu sein. Klassische Softwareverteilung, komplexe Installationslogiken, verschachtelte Abhängigkeiten und umfassendes Servermanagement können ergänzende Lösungen erfordern, etwa mit Configuration Manager im Rahmen einer Co-Management-Strategie. Umso wichtiger ist eine saubere Architekturplanung: Statt Intune isoliert zu betrachten, lohnt sich der Blick auf eine hybride Zielarchitektur, in der Intune das Rückgrat für modernes Unified Endpoint Management bildet und punktuell durch ergänzende Werkzeuge unterstützt wird.
Der Vergleich mit Ivanti Neurons
Wer bereits Ivanti-Kunde ist, denkt vermutlich zunächst an Ivanti Neurons als Nachfolgeplattform. Allerdings gibt es keinen klar definierten Migrationspfad von Ivanti DSM zu Ivanti Neurons. Die beiden Plattformen unterscheiden sich grundlegend. Bestehende DSM-Pakete, eScript-Logiken und operative Workflows lassen sich daher nicht ohne Weiteres übertragen. Viele Organisationen sind gefordert, ihre Softwareverteilung, Packaging-Standards und Deployment-Prozesse komplett neu aufzusetzen.
DSM war über viele Jahre besonders stark in der klassischen Softwareverteilung. Ivanti Neurons setzt hingegen einen stärkeren Fokus auf Digital Employee Experience (DEX). Wer eine vergleichbare funktionale Tiefe bei der Softwareverteilung erwartet, sollte daher genau prüfen, inwieweit Neurons die eigenen Anforderungen erfüllt. Es geht weniger um den Markennamen als um die Frage, wie zuverlässig die Plattform den Alltagsbetrieb unterstützt.
Auch der Migrationsaufwand sollte nicht unterschätzt werden. Eine Neurons-Migration ist nicht zwangsläufig weniger aufwendig als ein Wechsel zu Intune. Für Organisationen, die bereits Microsoft 365 nutzen, stellt sich daher die Frage, welche Plattform sich langfristig besser in die bestehende IT-Strategie und Systemlandschaft einfügt.
Kein Einzelfall: Auch Cisco zieht sich aus dem MDM-Markt zurück
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich aktuell bei Cisco: Meraki Systems Manager (SM) hat den End-of-Sale-Status erreicht. Als Nachfolgelösung wird Ivanti Neurons for MDM empfohlen. Auch hier nehmen viele Organisationen die anstehende Migration zum Anlass, ihr Gerätemanagement neu auszurichten. Statt erneut in eine separate MDM-Insellösung zu investieren, bietet sich insbesondere in bestehenden Microsoft-365-Umgebungen eine Konsolidierung auf Microsoft Intune an.
Jetzt handeln
Bis zum offiziellen End of Life bleibt ein begrenztes Zeitfenster, um Alternativen zu evaluieren, zu testen und produktiv auszurollen. Dabei geht es um weit mehr als die Auswahl einer neuen Plattform: Bestehende Softwarepakete, Deployment-Prozesse, OS-Deployment-Workflows, Berechtigungen, Zielgruppen und Betriebsmodelle müssen vollständig überprüft und angepasst werden. Je größer die bestehende DSM-Umgebung ist, desto früher sollte die Planung beginnen.
IT-Teams sollten zudem frühzeitig die Laufzeit ihrer DSM-Lizenzen prüfen. Einige Kunden wurden in der Vergangenheit auf ein Abo-Modell umgestellt, sodass der Zugriff auf DSM möglicherweise früher als erwartet endet.
Fazit
Das Support-Ende von Ivanti DSM ist mehr als ein administratives Datum im Kalender. Es ist der Startschuss für eine grundlegende Neuausrichtung des Endpoint Management. Eine Standardlösung, die für jede Organisation gleichermaßen passt, gibt es nicht. Für Unternehmen, die bereits auf Microsoft 365 setzen, ist der Weg über Microsoft Intune die naheliegende und wirtschaftlich attraktivste Lösung. Sie lässt sich bei Bedarf um weitere Bausteine für komplexe Softwareverteilung oder Servermanagement ergänzen.
Als Microsoft-Beratungspartner unterstützt Skaylink Organisationen dabei, ihre bestehende DSM-Umgebung zu analysieren, die passende Zielarchitektur zu entwerfen und die Migration strukturiert und risikoarm umzusetzen – von der ersten Bestandsaufnahme bis zum produktiven Rollout auf Microsoft Intune