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Warum Unternehmen unbedingt in Mixed Reality investieren sollten

Von Sabrina Göttlinger

Spätestens seit der Umbenennung von Mark Zuckerbergs Firma „Facebook“ in „Meta“ im Oktober 2021 ist der Begriff Metaverse in aller Munde. Doch was steckt eigentlich hinter der Bezeichnung Metaverse und warum sollten sich neben den Techriesen Microsoft, Meta und Co. auch KMU mit Mixed, Virtual und Augmented Reality auseinandersetzen?

Was steckt hinter dem Begriff Metaverse?

Das Metaverse als Begrifflichkeit ist mittlerweile schon über 30 Jahre alt. Erstmalig benannt wurde es im Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ von Autor Neal Stephenson. Er beschreibt das Metaverse als eigenes Universum (oder Metaversum), in dem die handelnden Personen immer wieder der Realität entfliehen können. Dort bewegen und agieren sie mittels Avataren. Es gibt eigene Währungen, eigene Regeln etc.

Der im Jahre 2018 ausgestrahlte Film „Ready Player One“ gibt einem zusätzlich eine visuelle Idee eines möglichen Metaverse. Auch hier brechen die Protagonist*innen aus der düsteren Realität in eine virtuelle Welt namens OASIS aus.

Metaverse als ursprüngliche Idee beschreibt also eine virtuelle Welt, in der man eigene Jobs, eigene Charaktere etc. erschafft und dort prinzipiell ein eigenes Leben aufbaut.

Diesen Punkt haben wir bis dato noch lange nicht erreicht. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Plattformen von verschiedenen Anbietern, in denen man sich virtuell mit einem Avatar bewegen kann. Der große „Global Player“ hat sich bisher aber noch nicht herauskristallisiert.

Der Film Ready Player One gibt eine Vorstellung des Metaverse.

Unterschied zwischen Mixed, Virtual und Augmented Reality

Bevor sich Unternehmen mit den Möglichkeiten von Metaverse und Ähnlichem auseinandersetzen, sollten die Unterschiede zwischen Mixed, Virtual und Augmented Reality klar sein. Denn jede davon hat ganz eigene Vor- und Nachteile sowie Verwendungszwecke.

Augmented Reality (AR)

Diese ist wohl die im Alltag am häufigsten verwendete Reality der Gruppe. Laut Gabler lässt sie sich als „computerunterstützte Wahrnehmung bzw. Darstellung, welche die reale Welt um virtuelle Aspekte erweitert“ bezeichnen.

Anwendungsfälle für AR sind z. B. die Anzeigen von Richtungspfeilen in Google Maps, während man durch das Handy auf die „reale“ Umgebung schaut. Außerdem lassen sich mittels Smartphones und der IKEA-App z. B. im Shop ausgewählte Möbel durch das Handy scheinbar real in der eigenen Wohnung im passenden Größenverhältnis darstellen.

Welchen Mehrwert AR für Unternehmen bieten kann bzw. bereits bietet, wird später noch erläutert.

Virtual Reality (VR)

Laut Gabler beschreibt die VR „eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen“.

Die virtuelle Realität umfasst das bereits oben beschriebene Metaverse und wird aktuell für virtuelle Treffen, Kollaborationen und weiteres genutzt. Anwendungsbeispiele für Unternehmen werden weiter unten aufgeführt.

Mixed Reality (XR)

XR wird häufig mit Augmented Reality vermischt. Also die Vermischung der wirklichen Realität mit Teilen von programmierter Realität. Sie wird aber auch in vielen Schriftstücken als Überbegriff von „VR/AR“ und deren stufenweiser Annäherung zueinander verstanden. Auch in diesem Artikel wird XR als Sammelbegriff genutzt.

Gründe für eine Investition

Statistiken belegen steigendes Marktinteresse

Laut den Google Trends sind die Suchanfragen zum Thema Metaverse und NFT ab Oktober 2021 um mehr als 100 % gestiegen. Das zeigt, dass das Interesse, sich näher damit auseinanderzusetzen, signifikant steigt.

Laut einer Lünendonk-Studie aus dem Jahr 2022 geben bereits 45 % der befragten Unternehmen an, sich mit dem Metaverse zu beschäftigen. Vor allem die Handels- und Fashion-Branche sind hier auf dem Vormarsch. Tendenz steigend.

Auch Statista geht von einem steigenden Marktpotenzial von mittlerweile 12,46 Billionen US-Dollar aus.

Mehrwert bei der Ausbildung der Mitarbeitenden

XR kann dazu beitragen, die Ausbildung der Mitarbeitenden zu verbessern, indem sie eine realistische, immersive und interaktive Lernumgebung bietet. In vielen Ausbildungsbereichen, wie z. B. der IT oder der Medizin, ist es oft schwierig, ohne großen Kostenaufwand eine realistische Übungsumgebung zu schaffen. Diesen Nachteil kann eine XR-Umgebung aufheben, indem sie in extra dafür gebauten Lernräumen den Inhalt wiedergibt. So kann ein Systemadmin einen PC oder ein Rechenzentrum verkabeln oder Medizinstudierende erste eigene OPs durchführen. Fehler sind dabei kein Problem. Ein Reset der Übung kann jederzeit stattfinden.

Verbesserung/Innovation bei der Kundeninteraktion

Auch kann XR dazu beitragen, die Kundeninteraktion zu verbessern, indem sie Unternehmen die Möglichkeit gibt, deren Kunden in eine eigens dem Corporate Design angepasste Erlebniswelt zu entführen.

Vor allem durch die Pandemie waren Messen und Showrooms schwer durchführbar – bis gar nicht mehr möglich. Viele Produktvorstellungen mussten in Online-Meetings stattfinden, die wenig Raum für Kreativität boten und die Teilnehmenden schnell ermüden ließen. Durch die VR-Technologie können die Produkte virtuell dargestellt und in jedem beliebigen Rahmen präsentiert werden. Nebenbei können auch Meetings im Showroom abgehalten und direkt auf Kundenfragen eingegangen werden.

Steigerung der Produktivität / Verringerung von kostspieligen Außeneinsätzen

Viele Unternehmen kennen das Szenario: Vermehrt werden Produktionsstätten aus Kosten- und Marktgründen in andere Länder oder gar Kontinente versetzt. Aber die technischen Spezialist*innen sitzen oft tausende Kilometer entfernt. Nun zeigt die Maschine einen Fehler auf. Was tun? Üblicherweise lässt man Spezialist*innen kostspielig für mehrere Tage einfliegen. Das ist wenig nachhaltig.

Immer mehr Kunden steigen deshalb auf die Nutzung von AR-Brillen um. Den Spezialist*innen wird so am heimischen PC das Bild des „Sehenden“ mit der Brille angezeigt. Zusätzlich haben die Techniker*innen die Möglichkeit, Richtungspfeile etc. auf die Projektion der AR-Brille zu zeichnen und so dem Gegenüber zusätzliche Anweisungen zu übermitteln.

Erweiterung der Marktpräsenz

Wie schon im Punkt „Verbesserung / Innovation bei der Kundeninteraktion“ dargestellt, öffnet die VR-Technologie neue Türen zum Umgang und zur Kommunikation mit dem Kunden. VR bietet Unternehmen die Chance, sich in neuen Märkten zu bewegen und zu präsentieren, die in der „realen“ Welt erstmal zu kostspielig wären.

Unterstützung bei der Entwicklung neuer Produkte

XR ermöglicht es, die Entwicklung neuer Produkte zu unterstützen, indem sie Unternehmen die Möglichkeit gibt, Prototypen in einer realistischen, aber sicheren Umgebung zu testen.
Mit der AR-Technologie „Digital Twins“ können 1:1-Abbildungen von Produkten, Produktionen usw. vor dem eigentlichen Bau bereits getestet und Statistiken ausgewertet werden. So haben Firmen die Chance, nachhaltiger, schneller und effektiver neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Fazit

Die XR-Technologie ist bereits für viele Unternehmen kein „Neuland“ mehr. Der Markt wächst rasant und die Plätze der Pole-Position sind wie bei jeder Technologie begrenzt. Durch die vielen Einsatzmöglichkeiten von XR bietet sich für fast jede Firma Potenzial, das ausgeschöpft werden möchte.

Das Metaverse und die XR Devices stehen noch am Anfang. Hier wird die nächsten Jahre noch viel auf uns zukommen und jedes Unternehmen sollte sich bald entscheiden, ob es diese Reise mitgehen und mitentwickeln möchte.

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