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AWS re:Invent 2025: Neue Impulse für FinOps und Kostenmanagement in AWS

AWS re:Invent 2025 zeigt den nächsten Reifegrad von FinOps: operative Kostensteuerung, AI-gestützte Analysen, Forecasts, Savings Plans und Automatisierung für nachhaltiges Cloud-Kostenmanagement.
22. Januar 2026
Bild von Kathleen Lorenz
Kathleen Lorenz

Expert Cloud Consultant

Die AWS re:Invent 2025 markiert einen deutlichen Reifegradsprung im Bereich FinOps und Kostenmanagement. AWS verschiebt den Fokus klar weg vom rein rückblickenden Reporting hin zu operativer Steuerung, intelligenter Analyse, Automatisierung und belastbarer Planung. Für Organisationen bedeutet das, dass Cloud-Kosten nicht nur transparent gemacht, sondern auch aktiv beeinflusst und strategisch gesteuert werden können – vorausgesetzt, die neuen Funktionen werden gezielt in bestehende Prozesse integriert.

Standardisierte Kostendaten als Fundament: FOCUS 1.2

Eine der wichtigsten Grundlagen für modernes FinOps ist die Unterstützung des offenen Standards FOCUS 1.2 (FinOps Open Cost and Usage Specification). AWS stellt Cost- und Usage-Daten nun in einem standardisierten Format bereit, das speziell für FinOps-Anwendungsfälle entwickelt wurde. Für Organisationen bedeutet das deutlich weniger Aufwand bei der Datenaufbereitung und eine höhere Vergleichbarkeit – sowohl innerhalb von AWS-Organisationen als auch über Cloud-Grenzen hinweg. Rechnungsabgleiche werden einfacher, da Rechnungs-IDs direkt enthalten sind, und Commitments wie Reserved Capacity oder Savings Plans lassen sich transparenter auswerten.

Bessere Kostentransparenz durch neue Billing- und Cost-Dashboards

AWS hat das Billing & Cost Management um neue native Dashboards erweitert, die Kostenentwicklungen, Trends und Abweichungen deutlich verständlicher visualisieren. Organisationen können Kosteninformationen einfacher mit Fachbereichen, Management oder Controlling teilen, und zwar ohne zusätzliche Tools oder manuelle Exporte. Die Dashboards schaffen eine gemeinsame Sicht auf Kosten und fördern die Kostenverantwortung über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg.

Multi-Source Billing: Kosten über mehrere Payer hinweg verstehen

Mit der Multi-Source Billing View adressiert AWS eine typische Herausforderung größerer Organisationen: Kosten verteilen sich häufig auf mehrere Payer-Accounts oder sogar mehrere AWS-Organisationen. Die neue Funktion ermöglicht es, Kosten aus mehreren Quellen in einer konsolidierten Ansicht zusammenzuführen. Dadurch lassen sich Gesamtbudgets, konzernweite Trends oder Kostenverlagerungen deutlich besser nachvollziehen.

AI-gestützte Analyse, Anomalieerkennung und Ursachenanalyse mit Amazon Q

Ein zentrales Thema der re:Invent 2025 ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz im FinOps-Umfeld. Mit Amazon Q können Organisationen Kostenanalysen in natürlicher Sprache durchführen. Neben klassischen Fragen zu Kostenentwicklungen unterstützt Amazon Q auch Anomalieerkennung und Root-Cause-Analysen, etwa bei unerwarteten Kostenanstiegen. Anstatt lange Reports zu analysieren, erhalten Teams direkt kontextbezogene Erklärungen und Handlungshinweise.

Verbesserte Forecasts und erklärbare Prognosen im Cost Explorer

Der AWS Cost Explorer wurde um Forecasts von bis zu 18 Monaten erweitert und liefert zusätzlich erklärende AI-Insights zu Prognosen und Abweichungen. Für Organisationen verbessert das die Planbarkeit erheblich. Cloud-Kosten können frühzeitig in Budget- und Investitionsentscheidungen einbezogen werden, während Abweichungen zwischen Forecast und Ist-Kosten schneller erkannt und adressiert werden können.

Database Savings Plans: Flexibles Commitment für Datenbank-Workloads

Mit den Database Savings Plans führt AWS ein neues Commitment-Modell speziell für Datenbank-Compute ein. Organisationen verpflichten sich auf einen konstanten stündlichen Ausgabenbetrag und erhalten dafür deutliche Rabatte gegenüber On-Demand-Preisen – unabhängig davon, welche unterstützten Datenbankservices genutzt werden. Dazu zählen unter anderem Amazon RDS, Aurora, DynamoDB und ElastiCache. Der große Vorteil liegt in der Flexibilität: Architektur- oder Regionswechsel bleiben möglich, während gleichzeitig langfristige Einsparungen realisiert werden.

Savings-Plan-Sharing und faire Kostenverteilung in Organisationen

AWS hat die Steuerung und Transparenz beim Sharing von Savings Plans weiter verbessert. Organisationen können besser nachvollziehen, welche Accounts oder Teams von Commitments profitieren, und diese Informationen in interne Kostenverrechnung oder Budgetprozesse integrieren. Dadurch lassen sich Konflikte zwischen zentralem Einkauf und dezentraler Nutzung reduzieren und Commitments strategischer einsetzen.

Automatisierte Optimierung und Idle-Erkennung mit Compute Optimizer

AWS Compute Optimizer unterstützt automatisierte Optimierungsmaßnahmen jetzt stärker. Dazu gehört unter anderem die Identifikation und Bereinigung ungenutzter EBS-Volumes sowie die Idle-Erkennung für NAT Gateways, die in vielen Umgebungen erhebliche, oft übersehene Kosten verursachen. Für Organisationen sinkt dadurch der manuelle Aufwand, während kontinuierliche Einsparungen systematisch umgesetzt werden können.

Cost Efficiency Metric: FinOps-Erfolg messbar machen

Mit der neuen Cost Efficiency Metric stellt AWS eine Kennzahl bereit, die den Anteil optimierbarer Kosten sichtbar macht. Organisationen können damit Fortschritte im FinOps-Reifegrad objektiv messen und Optimierungsinitiativen priorisieren. Die Metrik unterstützt eine kontinuierliche Verbesserung statt punktueller Sparmaßnahmen.

Nächste logische Schritte für Organisationen

Nach der re:Invent 2025 sollten Organisationen zunächst sicherstellen, dass eine saubere Kostengrundlage existiert. Dazu gehören unter anderem konsistentes Tagging und klare Cost Categories. Darauf aufbauend sollten FinOps-Prozesse etabliert werden, die regelmäßige Kostenreviews, Forecast-Abgleiche, Anomalieanalysen und klare Entscheidungswege für Optimierungen und Commitments umfassen. Savings Plans und insbesondere Database Savings Plans sollten gezielt für stabile Basislasten eingesetzt und regelmäßig überprüft werden, während Automatisierung schrittweise und kontrolliert eingeführt wird.

Wie Skaylink bei der Umsetzung unterstützt

Ein erfahrener FinOps- und AWS-Partner hilft dabei, die Vielzahl neuer Funktionen richtig einzuordnen und in eine realistische Roadmap zu überführen. Besonders bei Commitments, Anomalieerkennung, Kostenattribution und Automatisierung ist unsere Erfahrung wertvoll, um Risiken zu vermeiden und Einsparpotenziale realistisch zu bewerten. Darüber hinaus unterstützt Skaylink beim Aufbau nachhaltiger FinOps-Governance, bei der Verzahnung von IT und Finance sowie bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung entlang des FinOps-Reifegrads.

Die AWS re:Invent 2025 zeigt klar, dass FinOps in AWS heute weit über Kostenreporting hinausgeht. Mit standardisierten Daten, AI-gestützter Analyse und Anomalieerkennung, flexiblen Savings Plans, verbesserter Attribution und automatisierter Optimierung wird FinOps zu einem operativen Steuerungsinstrument. Organisationen, die diese Funktionen strukturiert einführen und in klare Prozesse einbetten, schaffen Transparenz, Planungssicherheit und nachhaltige Kosteneffizienz in der Cloud.

Für alle, die einen tieferen Einblick in die einzelnen Ankündigungen der AWS re:Invent 2025 erhalten oder diese im Originalkontext nachvollziehen möchten, empfehlen wir folgende weiterführende Quellen:

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